Kleiderordnung

Für das Jubiläumsjahr 2000 hat sich die Gilde wiederum etwas Neues einfallen lassen. Heißt es doch in den Statuten, dass alle Schützen zum Schützenfest eine helle Krawatte zu tragen hätten. Schaute man sich in den vergangenen Jahren die Kleiderordnung beim Marsch durch das "Hiärtken" an, waren neben "einfachen hellen" auch gestreifte, gemusterte, aber auch blaue, rote und auch "schreiend gelbe" Binder zu sehen. Das hat nun ein Ende. Rechtzeitig zum Jubiläum wurde der Beschluss gefasst: alle Schützen erhalten eine Vereinskrawatte.

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Ein weiterer markanter Bestandteil der Galaunform des Schützen:

Der Zylinder

Der Zylinder, oft auch Zylinderhut, ist ein hoher, steifer, meist schwarzer Herrenhut mit zylindrischem Kopf und fester Krempe. Er wird aus Filz, Seide oder Seidenplüsch, selten auch aus Stroh hergestellt.

Im Englischen oft Top Hat, im Französischen auch Chapeau Claque

Formen:

Der klassische harte Glanzzylinder ist mit langflorigem Samt bezogen, dessen flach liegende Härchen durch Lichtreflexe glänzen (Felbel). Die Seiten des Zylinders sind nach innen gewölbt (konkav).

In den USA erlangte zeitweise eine besondere Variante des Zylinders Popularität, der Ofenrohrhut. Im Gegensatz zum normalen Zylinder hat er senkrechte Seiten.

In den USA erlangte ebenfalls der Halbzylinder in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter der Präsidentschaft Abraham Lincolns große Popularität. Der Halbzylinder ist gegenüber dem Zylinder verkürzt und meistens braun oder grau.

Der Klappzylinder oder Chapeau Claque ist mit einer Mechanik versehen, die die „Röhre“ einfaltbar macht, so dass der Hut zusammengefaltet nur so hoch wie die Krempe ist.

Der heute als Zylinder bezeichnete Hut entwickelte sich entweder aus einem um 1780 getragenen hohen Hut aus Wollfilz oder aus dem so genannten Biberhut (Kastorhut) des englischen Landedelmannes. Dieser galt bis 1850 als unelegant und wurde von den höheren Ständen allenfalls als Reithut getragen.

Geschichte:

Im Januar 1797 wurde erstmals ein Seidenzylinder von dem englischen Hutmacher John Hetherington öffentlich getragen, wofür er angeblich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses bestraft wurde. Der Wahrheitsgehalt dieser Anekdote ist jedoch umstritten.

Populär wurde der Zylinderhut erst in den 1820ern, als er zum Hut des Bürgers avancierte, sogar zum Symbol des Bürgertums schlechthin: So weigerte sich Adolph Menzel bei der Verleihung des preußischen Adlerordens – umgeben vom uniformierten Hochadel – aus Bürgerstolz, seinen Zylinder abzunehmen.

Seit den Napoleonischen Kriegen war der Tschako, eine Variante des Zylinders, als militärische Kopfbedeckung weit verbreitet.

Zur selben Zeit wurde der Zylinderhut Bestandteil bestimmter Berufstrachten, zum Beispiel der Schornsteinfeger und Kutscher.

Die frühen Zylinder wurden noch aus hellgrauem oder hellbeigem Filz hergestellt, seltener aus schwarzem, und mit einem schmalen Band versehen. Nach 1830 kam der Chapeau Claque auf; in dieser Zeit wurde der Zylinder auch zum Reithut der Frau. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts galt diese Kopfbedeckung vor allem als eleganter Abendhut in schwarzer glänzender Seide und mit farbigem, meist rotem Futter. Der graue Zylinder war ein Tageshut für festliche Anlässe. Der Dorveille war ein an der Herrenmode orientierter zylinderförmiger Damenhut, der mit farbigen Bändern, Schleifen oder Bordüren versehen war.

Heutige Verwendung:

Der Zylinder wird heute nur zu besonders festlichen Anlässen getragen, und auch dann nur zu einem förmlichen Cutaway oder Frack. Oder halt zu unserer Festmontur.

Beim Dressurreiten in den höheren Klassen wird zum Reitrock ein Zylinder oder ein Bowler getragen, zum Frack in den hohen Klassen wird immer ein Zylinder getragen.

Der Zylinderhut ist heute zum Symbol für Zauberkünstler geworden, wovon auch die Redewendung „wie ein Kaninchen aus dem Zylinderhut“ (wenn jemand überraschend neue Argumente oder Ideen vorträgt) zeugt.

Als Symbol des freien Menschen findet sich der „Hohe Hut“ noch heute als Bestandteil der freimaurerischen Kleidung in Tempelarbeiten wieder.

Aber eben auch bei uns, der Männerschützengilde (oder auch bei den Junggesellen-Schützen).

Quellen: u.a. Wikipedia (aber auch das Wettringer Vereinsleben)

Das klassische Erscheinungsbild

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