Aus der Presse

„Ich war vollkommen unvorbereitet“

Hermann van Dillen ist ältester König der Männerschützengilde

Strahlende Gesichter nach der Proklamation: Agnes und Hermann van Dillen mit Krone und Königskette.

Strahlende Gesichter nach der Proklamation: Agnes und Hermann van Dillen mit Krone und Königskette.

„Irgendwann ist man dran“, sagt Hermann van Dillen mit einem leichten Lächeln im Gesicht. Bei ihm hat es mehr als ein halbes Jahrhundert gedauert, doch jetzt ist er der amtierende König der Männerschützengilde – im Alter von 82 Jahren. Damit ist er laut den Aufzeichnungen der älteste König der Männerschützen. Sein Titel ist aber auch noch aus einem weiteren Grund besonders. Der Rentner ist gleichzeitig der erste König nach drei Jahren und nach der Corona-Pause.

„Ich wollte es immer schon, aber bei den Männerschützen gibt es jedes Mal viele Anwärter“, sagt van Dillen. Seit 56 Jahren schießt er mit. Drei Mal erinnert er sich, war er schon kurz davor und setzte den vorletzten Schuss ab. Doch wie es dann immer so ist, wenn es passiert, ist es eigentlich gar nicht geplant. „Ich war dieses Mal vollkommen unvorbereitet“, berichtet der neue König. Mit seinem Fahrrad fuhr er ohne Zylinder zur Vogelstange und saß dort mit einer kleinen Gruppe zusammen. Wie jedes Jahr beteiligte er sich auch am Königsschießen und versuchte sein Glück. Und dann passierte es: kurz vor 20 Uhr schoss er die Reste des Vogels von der Stange und war Nachfolger von Reiner Koers. Mit dem 306. Schuss holte er sich die Königswürde der Männerschützengilde. Es war sein dritter Schuss an diesem Tag, er brachte das Glück. Danach war er auch schon auf den Schultern seiner Schützenbrüder und wurde gefeiert.

Hermann und Agnes van Dillen bei der Kutschfahrt mit dem alten Königspaar Reiner und Beate Koers

Hermann und Agnes van Dillen bei der Kutschfahrt mit dem alten Königspaar Reiner und Beate Koers

Wie ungeplant der Titel war, zeigte sich auch daran, wie überrascht seine Ehefrau und Königin Agnes war. Sie war bei Freundinnen zum Kaffee eingeladen und bekam plötzlich einen Anruf von der Tochter: „Papa ist König!“ Daraufhin machte sich Agnes van Dillen gleich auf den Weg zur Vogelstange am Sellener Weg.

Der Dank vom neuen König gilt aus eigener Erfahrung den 305 Schützen, die vor ihm geschossen haben. „Als Jäger bin ich mit der Waffe vertraut, aber ich bin besser, wenn der Vogel fliegt“, witzelt van Dillen.

Was anschließend passierte, wird das Ehepaar nicht so schnell vergessen. Wie immer war das Schützenfest sehr gut besucht und es wurde in großer Harmonie gefeiert. „Alle haben mitgefeiert, auch die Enkelkinder“, erzählt Agnes van Dillen. Die schönen Bilder und die vielen Erinnerungen werden auf jeden Fall bleiben: von der Polonaise durchs Dorf, der Proklamation, dem Königsball oder dem Besuch in den Kindertagesstätten.

Die Nachbarn rund um das Haus des Paares „Im Rott“ sorgten auch zuhause für tolle Erinnerungen. Das Haus der van Dillens wurde geschmückt, Bänke auf der Straße aufgestellt und Getränke verteilt. „Unsere Nachbarn waren großartig. Deswegen sage ich: Wer keine gute Nachbarschaft hat, der sollte gar nicht schießen.“

Es soll nicht der letzte Titel sein

Was so ein Titel mit sich bringt, hat die neue Königin in den zwei Wochen seit dem Schützenfest schon gemerkt. „Man wird sehr häufig im Dorf angesprochen.“ Andere würden ihn im Scherz mit „Ihre königliche Hoheit“ ansprechen, berichtet Hermann van Dillen. Dem Ehepaar macht das nichts aus, sie genießen es eher. „Wir sind gerne das Königspaar von Wettringen.“

In Erinnerung geblieben ist dem Königspaar auch die Rede von Oberst Martin Vollenbröker am Ehrenmal. „Das war beeindruckend“, findet der neue König. 2016, als van Dillen das letzte Mal als vorletzter Schütze scheiterte, wurde Vollenbröker König. „Ich habe ihm den Vogel locker geschossen“, sagt der 82-Jährige. Dieses Mal war er dran.

Doch mit dem ersten Titel ist es noch nicht vorbei. 2025 steht das Ortskaiserschießen in Wettringen an. Auch dort will Hermann van Dillen, sein Glück versuchen. „Den Silberkönig werden wir aber nicht mehr erleben. Das ist 2047, da wären meine Frau und ich 107 Jahre alt. Aber die Plakette der Königskette wird an uns erinnern“, freut sich der Schützenkönig.

Männerschützengilde - Hermann van Dillen neuer König

Männerschützengilde - Hermann van Dillen neuer König

Die Wettringer Männerschützengilde hat einen neuen König: Hermann van Dillen hat mit dem 306. Schuss den Vogel von der Stange geholt und ist damit neuer König.

Männerschützen haben jetzt 527 Mitglieder - Prövedag des größten Schützenvereins vor Ort

Die Neumitglieder, flankiert vom Hauptmann Frank Vollenbröker (l.) und Oberst Martin Vollenbröker (r.).

Die Neumitglieder, flankiert vom Hauptmann Frank Vollenbröker (l.) und Oberst Martin Vollenbröker (r.).

Eines hat die Corona-Pandemie nicht geschafft, zumindest nicht in Wettringen: Die Freude, Schützenfest zu feiern, ist ungebrochen. Das bewies der Prövedag der Männerschützengilde am Samstag.

Regierungszeit für die Analen

Über 125 Mitglieder kamen in die Bürgerhalle, alle froh gelaunt. Der 1. Vorsitzende Andreas Stieger freute sich besonders über den langjährigen König Reiner Koers. „Eine derartig lange Regierungszeit finde sich in den Analen der Männerschützengilde höchst selten“, so Stieger. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges habe es Ludwig Dircksen geschafft, diese Zeit noch zu übertrumpfen.

Oberst Martin Vollenbröker erläutert den Ablauf der Schützenfesttage.

Oberst Martin Vollenbröker erläutert den Ablauf der Schützenfesttage.

Mit dabei waren auch Silberkönig Paul Niemeyer, Ortskaiser Frank Rösler, Pfarrer Dietrich Wulff von der evangelischen Kirchengemeinde und Bürgermeister Berthold Bültgerds.

Größter Schützenverein im Ort

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Entscheidung über die Neuaufnahme der vielen Bewerber. Einstimmig willkommen geheißen wurden die neuen Gildemitglieder Dennis Grote, Michael Plenter, Hubertus Ahlert, Frank Artmann, Thorsten Bäumer, Stefan Busch, Florian Füssner, Frank Gerken, Christian Höing, Tobias Ley, Sebastian Schmitz, Patrick Wensing, Marc Weßling, Manuel Woltering, Christian Zurich, Meik Eichholt, Alfons Berning, Hendrik Krimpmann, Daniel Meyer, Thomas Focke und Timo Knöpper.

Damit steigt die Zahl der Mitglieder der Männerschützengilde auf 527 an. „Die Männerschützengilde ist damit der größte Schützenverein in Wettringen“, freute sich Vorsitzender Andreas Stieger, der die Neuen auf die Einhaltung der Satzung der MSG verpflichtete. Grundsatz zusammengefasst: Man hat sich stets derart zu benehmen, dass es der Gilde zur Ehre gereicht. Verliehen wurde den Neumitgliedern auch die Vereinsnadel.

Offiziere müssen für Ersatz sorgen

Mit einem großen Dank wurden die bisherigen Scheffen Walter Rickershenrich, Adolf Wenning, Heinz Remki und Werner Bruning aus ihrem Amt verabschiedet. Nach vielen Jahren stellten sie es zur Verfügung. Mit dem Amt des Scheffen wurden anschließend Eugen Wetter, Heinz Zurloh, Herbert Storm und Klaus Zabel betraut.

Die neuen Scheffen, flankiert von Hauptmann Frank Vollenbröker (l.) und Oberst Martin Vollenbröker (r.) Klaus Zabel, Herbert Storm, Heinz Zurloh und Eugen Wetter (v. l.).

Die neuen Scheffen, flankiert von Hauptmann Frank Vollenbröker (l.) und Oberst Martin Vollenbröker (r.) Klaus Zabel, Herbert Storm, Heinz Zurloh und Eugen Wetter (v. l.).

Drei Offiziere stellen ihr Amt zur Verfügung. Ein Offiziersamt ersteigert man in der Männerschützengilde grundsätzlich auf Lebenszeit. Kann man dieses Amt einmal nicht ausüben, hat man für einen Ersatz zu sorgen. Zum Auktionator bestimmte die Versammlung Wolfgang Brüning. Er verstand es, in blumigen Worten die Aufgaben darzustellen.

Gefecht um die Plätze

Begehrt was das Amt des Unteroffiziers. Hier überboten sich immer wieder Aloys Köning und Reinhard Fischer, einer von ihnen auch schon mal sich selbst im Eifer des Gefechtes. Das Amt ging schließlich an Reinhard Fischer, der damit mit seinen 72 Jahren „Lebenslänglicher“ wurde.

Die neuen Offiziere mit Hauptmann Frank Vollenbröker (l.) und Oberst Martin Vollenbröker (r.): Thomas Brandt,, Reinhard Fischer und „Piko“ Michael Bertels (v. l.).

Die neuen Offiziere mit Hauptmann Frank Vollenbröker (l.) und Oberst Martin Vollenbröker (r.): Thomas Brandt,, Reinhard Fischer und „Piko“ Michael Bertels (v. l.).

Das erste Amt eines Damenoffiziers ging an „Pico“ Michael Bertels. Bei der Versteigerung des zweiten Damenoffizierspostens trat eine große Müdigkeitswelle ein. Es kamen keine Gebote. Das führte dazu, dass Auktionator Wolfgang Brüning den Bestimmungen der Satzung gemäß wählen ließ. Gewählt wurde letztendlich Thomas Brandt.

Oberst Martin Vollenbröker, er trägt für den gesamten Ablauf des Schützenfestes die Verantwortung, übernahm das Wort und erläuterte den Ablauf der Schützenfestage. Anschließend wurde in einer Dreierreihe angetreten, ab ging es mit dem Spielmannzug Wettringen zum Festplatz, wo „geprövt“ wurde.

Artikel aus der MV

Fotos: Herbert Göcke

Vogel auf den Namen „Nesthocker“ getauft

Vogel auf den Namen „Nesthocker“ getauft

Das Foto zeigt (v. l.) Hauptmann Frank Vollenbröker, König Reiner Koers mit Königin Beate Koers, Vorgelbauer Timo Höffer und Oberst Martin Vollenbröker.

Wie heißt es in einem schönen Wanderlied: Drei Jahre, die gehen bald rum! Das konnte auch König Reiner Koers von der Männerschützengilde Wettringen feststellen. Nach drei Jahren neigt sich nun seine Regierungszeit dem Ende zu. Sein Fazit: „Es war eine schöne Zeit.“

Eingeladen hatten Königin Beate und er den Vorstand und das Offizierskorps der Männerschützengilde in ihre „Residenz“ zur Begutachtung des stolzen Adlers, der bald schon den Königsanwärtern der MSG ihr ganzes Können abverlangen wird, ihn zu Boden zu bringen. Gefertigt wurde er vor vielen Monaten von Timo Höffer, seitdem gepflegt vom Königspaar. Klar, dass man ihn deswegen auf den zutreffenden Namen „Nesthocker“ taufte.

++++Keine Schützenfeste in diesem Jahr (2021) - Dachverband der Vereinigten Schützen von Wettringen++++

Wie schon im vergangenen Jahr wird es auch in 2021 keine Schützenfeste zu den traditionellen Terminen in Wettringen geben. Im Rahmen der ersten digitalen Dachverbandsversammlung haben sich die sechs Wettringer Schützenvereine hierauf verständigt, wie sie nun in einem gemeinsamen Presseschreiben mitteilten.

"Auch wenn eine solche Entscheidung nicht gerade leicht fällt, so ist sie doch angesichts der weiter anhaltenden Pandemie-Lage unumgänglich", heißt es in dem Schreiben. Nach der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen seinen ohnehin Schützenfeste bis Ende Mai nicht möglich. Folglich könnten bereits kraft Gesetzes die eigentlich anstehenden Schützenfeste in Rothenberge und Maxhafen sowie das Schützenfest des Junggesellen-Schützenvereins nicht gefeiert werden.

Weiter heißt es in der Presseinformation: "Da davon ausgegangen werden kann, dass auch diesen Sommer kein unbeschwertes Schützenfest möglich sein dürfte, werden die Männerschützengilde sowie die Schützenvereine Bilk-Haddorf und Tie-Esch ebenfalls keine Schützenfeste im Juli feiern." Ob im Herbst die Vereine ihre Mitgliederversammlungen abhalten oder gar kleinere Veranstaltungen durchführen können, bleibe abzuwarten.

"Hervorzuheben ist, dass gerade in dieser schwierigen Situation die Wettringer Schützenvereine an einem Strang ziehen. Zusammenhalt und Solidarität sind vor allem in diesen Zeiten von großer Bedeutung. Nun hoffen alle Vereine darauf, dass im Jahr 2022 wieder Schützenfeste ohne große Einschränkungen gefeiert werden können", heißt es abschließend im Schreiben des Dachverbands der Vereinigten Schützen Wettringen.

Dachverband verkündet Ausfall aller Schützenfeste

Nun ist amtlich, was viele Wettringer Schützenbrüder bereits befürchtet haben. Bereits in der vergangenen Woche hat der Schützenverein Rothenberge, der traditionell die Schützenfestsaison in Wettringen einläutet, offiziell die Absage des diesjährigen Schützenfestes verkündet. Die anderen fünf Wettringer Schützenvereine SV Maxhafen, Junggesellenschützenverein, Männerschützengilde, SV Bilk-Haddorf und SV Tie-Esch sind nach Abstimmung mit dem Dachverband nun übereingekommen, dass auch sie dieses Jahr kein Schützenfest feiern werden. Insofern gibt der Dachverband der Wettringer Schützenvereine in einer Pressemitteilung stellvertretend für seine angehörigen Vereine bekannt, dass alle Schützenfeste in Wettringen dieses Jahr ausfallen.

Bereits am 15. April haben der Bund und die Länder beschlossen, dass Großveranstaltungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis mindestens zum 31. August 2020 untersagt sind. Die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes NRW, die seit Montag in Kraft getreten ist, definiert, was Großveranstaltungen in diesem Sinne sind und welche hierzu beispielsweise gehören. Laut Paragraf 11 der Verordnung zählen unter anderem sämtliche Schützenfeste dazu. Die Besucher- bzw. Teilnehmerzahlen sind in diesem Zusammenhang unbeachtlich. Damit ist klar, dass mindestens bis Ende August keine Schützenfeste in Wettringen stattfinden können.

"Die Wettringer Schützenvereine bedauern die Absage. Aber letztendlich dient diese Maßnahme auch dem Gesundheitsschutz aller", heißt es in der Pressemitteilung des Wettringer Dachverbandes. Umso mehr dürfen sich die Schützenbrüder nun auf die Schützenfeste 2021 freuen, "die hoffentlich ohne große Einschränkungen stattfinden können".

Dieses trifft insbesondere auf die Männerschützengilde zu, welche ja angedacht hatte, im 370. Vereinsjahr erstmals ein Kaiserschiessen einzuführen.

2020 erstmals ein Vereinskaiser

Eine Neuerung im Vereinsleben wird es ab 2020 in der dann 370-jährigen Geschichte der Männer-Schützengilde geben: Erstmals wird ein Vereinskaiser ermittelt. Dafür sprach sich die Versammlung einstimmig aus. Seine Rechte und Pflichten entsprechen allgemein denen der Kaiser in anderen Vereinen.
Eine Satzungsänderung war deswegen nicht erforderlich, denn die bisherige erlaubt dem Vorstand und der Versammlung eine solche Entscheidung. Alles laufe zuerst einmal probeweise und sei noch nicht für "ewig in Stein gemeißelt", betonte der Vorsitzende.

5240 Euro für den guten Zweck

5000 Euro hat der ehemalige Schützenkönig der MSG, Georg Harter (M.), bei seinem Spendenaufruf für die DKMS gesammelt. Oberst Martin Vollenbröker (l.) und Hauptmann Frank Vollenbröker steuerten noch 240 Euro aus dem Malefiz-Gericht der MSG dazu.

Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort, sagt der Volksmund. Bei der Männerschützengilde (MSG) helfen diese kleinen Sünden, Menschenleben zu retten. Der dritte Tag des Schützenfestes beinhaltet traditionell das "Malefiz-Gericht", bei dem Strafgelder für die "Missetaten" während des Festes festgelegt werden. 240 Euro kamen so für den guten Zweck zusammen und gingen an die Spendenaktion von Georg Harter. Der an Leukämie erkrankte ehemalige Schützenkönig sammelte am Sonntag auf dem Schützenfest für die Deutsche Knochemarkspenderdatei (DKMS, MV berichtete). Stolze 5000 Euro sind so zusammengekommen - beziehungsweise 5240 Euro durch die "kleinen Sünden" der anderen Schützenbrüder. Das sei eine "erfreuliche Summe", teilte Harter der MV mit.

Besonders seltene Art der Leukämie

Vor neun Jahren war bei dem damals 47-Jährigen im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung eine besonders seltene Art der Leukämie festgestellt worden. Da bei ihm eine Stammzellenspende unumgänglich war, ließen sich Familie und Freunde bei der DKMS typisieren. Mit Erfolg: Der Bruder von Georg Harter kam als Spender in Frage. Die Transplantation war am 19. Juli 2018. Keine drei Wochen vorher war Harter Schützenkönig der MSG geworden.
Den Eingriff hat Harter gut überstanden. Allerdings muss er weiter Medikamente nehmen, die sein Immunsystem herunterfahren, damit die Abwehrzellen seines Körpers sich nicht gegen die neuen Stammzellen wenden.
Sein Amt als Schützenkönig wollte der Wettringer ein letztes Mal nutzen und startete den Spendenaufruf, der von der MSG unterstützt wurde. "Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, als Verein an Geld zu kommen. Eine einzige Typisierung kostet 35 Euro. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen und etwas zurückgeben", hatte der 56-jährige im Vorfeld gesagt. Mit den 5240 Euro ist ihm das auf jeden Fall gelungen.

Hoher Besuch in Wettringer Kitas

Regentenpaar der Männerschützengilde

Den Kita-Kindern in Wettringen wurde am Mittwoch der Tag versüßt. Das neue Regentenpaar der Männerschützengilde, Rainer und Beate Koers, besuchte zusammen mit Oberst Martin Vollenbröker und Hauptmann Frank Vollenbröker die Kitas des Reiches und stellten sich dem Nachwuchs vor. Mit dabei war auch Prinzessin Marina.

Es herrschte großer Jubel bei den Kindern und gerne waren sie bereit, einmal die Königskette zu tragen. Prinzessin Marina verteilte Süßes an die Kinder und wie es in der Kita "Kleine Strolche" an diesem Tage weitergehen würde, ließ das Verabschiedungslied erkennen: "Wir feiern heute Schützenfest, Schützenfest, wir feiern..."

Wie heißt es doch: Wie die Alten singen, so zwitschern die Jungen.

Ein Schützenfest der Superlative

Die Majestäten bei der Proklamation am Rathaus: das neue Königspaar Rainer und Beate Koers, das alte Königspaar Georg und Nicole Harter, Silberkönigspaar Thea und Werner Bruning mit den Offizieren.

Das war ein Schützenfest der Superlative, das die Männerschützengilde Wettringen am Wochenende feierte. Rekord die Beteiligung: Weit über 400 Schützen marschierten mit auf, begleitet von drei Kapellen. Ein Wetter, als wäre es für die Männerschützen gemacht, dazu eine tolle Feststimmung. Alles also angerichtet für ein spannendes Königsschießen, und das wurde es auch.

Ratschläge vom Schießmeister

Die Königsanwärter ließen sich kaum zählen. Traurig konnten die sein, die zu den ersten Schützen zählten. Die Gewissheit: Ich komme kein zweites Mal dran. Der Adler erweis sich als äußerst zäh, erst gegen 19.30 Uhr zeichnete sich sein Ende ab. Dann kamen die drei Brüder Koers: Christian, Markus, Rainer. Und Markus gelang ein Gewaltschuss. Die Hälfte des Vogels ging zu Boden. Aber wie so oft in letzter Zeit, blieb die andere Hälfte an einer Faser hängen. "Stoß mal an die Vogelstange, dann liegt auch die unten!", hieß es. Rainer Koers trat in den Schießstand, bekam einige Ratschläge von Schießmeister Robert Höffer, und die Männerschützengilde hatte ihren neuen König. Der Jubel war riesig. Schnell wurde seine Frau Beate gefunden und als Königin bejubelt. Beide waren begeistert, diese Würde errungen zu haben.

Begonnen hatte der Tag mit dem Kirchgang und dem anschließenden Frühschoppen im Festzelt. Es formierte sich ein nicht enden wollender Zug, dessen Kommando Oberst Martin Vollenbröker übernahm. Der Zug machte sich auf den Weg zum Ausholen der Majestäten: des Silberkönigs Werner Bruning und des amtierenden Königs Georg Harter.

Nach dem Schießen liefen die Schützen zum Rathausplatz, wo Oberst Martin Vollenbröker die Proklamation übernahm. Tambourmajor Klaus Flothmann leitete vom Rathausbalkon den Musikzug der Feuerwehr und die beiden Spielmannszüge. Danach marschierten die Schützen zum Festzelt auf dem Bahnhofsgelände zum Dämmerschoppen.

Rainer Koers regiert über die Männerschützengilde

Das war ein Riesenschützenfest, das die Männerschützengilde in Wettringen am Wochenende feierte. Rund 350 sich beteiligende Schützen und sehr viele Königsanwärter diese Zahlen können sich sehen lassen. Als es dann aber ans Königsschießen ging, erwies sich der Adler als sehr zäh.

Gegen 19.20 Uhr gelang es Rainer Koers am Sonntagabend, den Vogel schließlich mit dem 262. Schuss zu Boden zu bringen und die Königswürde zu erringen. Zur Königin erkor das frischgebackene Schützen-Oberhaupt seine Frau Beate.

Schützenkönig bekämpft den Krebs

Georg Harter organisiert Spenden-Aktion für die DKMS Georg Harter hält die Reste des Vogels, der ihn letztes Jahr kurz vor seiner Stammzelltransplantation zum Schützenkönig machte. Den Vogel, auf den die Schützenbrüder dieses Jahr schießen, taufte er „Fibrosius“ – frei nach der „Myelo Fibrose“, einer Form der Leukämie, an der er seit 2010 litt.

Es ist der 1. Juli 2018. Eigentlich war für Georg Harter und seine Frau Nicole klar, dass er nicht als Königsanwärter beim Schützenfest des Männerschützenvereins infrage kommt. Denn Georg Harter ist an Leukämie erkrankt, und die lebensnotwendige Stammzelltransplantation steht kurz bevor. Bei seinem zweiten Aufruf juckt es ihn dann aber doch in den Fingern. Der Vogel wird wahrscheinlich sowieso nicht runterkommen, denkt er, als er das Gewehr anlegt. Und dann fällt er doch.

Viel Kraft herausgezogen

Ein bewegtes Jahr liegt hinter Georg Harter. Die Feier des Königsballs, die Familie, die extra aus dem Schwarzwald angereist ist heute ist er froh, dass er Schützenkönig geworden ist. Er habe viel Kraft und Motivation daraus gewonnen, jegliches Unwohlsein sei in den Hintergrund gerückt. "Vielleicht hat es so sein müssen", ist er überzeugt.

Bereits im Jahr 2010, da war er 47 Jahre alt, bekam Georg Harter die Krebs-Diagnose im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung: Myelo Fibrose. Es ist eine seltene Art der Leukämie, bei der sich das Knochenmark zusehends verhärtet, sodass es das Blut nicht mehr richtig aufbauen kann; die Zellzahl im Blut geht allmählich zurück. Ungefähr sechs Jahre schaffen Bluttransfusionen Abhilfe. Die Krankheit kann langsam verlaufen, manchmal ist sie sogar mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Nicht aber in Georg Harters Fall. Eine Stammzellspende wird unumgänglich.

Der Bruder als Spender

Familienangehörige und Freunde lassen sich daraufhin bei der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, typisieren. Und tatsächlich: Sein Bruder kommt als Spender infrage. Im Juli 2018 soll es soweit sein. Die Chemotherapie ist für den 11. Juli angesetzt, am 19. folgt die Transplantation. Es ist wichtig, noch einigermaßen "stark" in die Transplantation hineinzugehen, lautete damals der Rat. Denn man könne nie voraussagen, wie der Körper reagiert.

Georg Harter übersteht die Transplantation gut. Aber auch ein Jahr später muss er noch Medikamente nehmen, die sein Immunsystem herunterfahren, damit die Abwehrzellen seines Körpers sich nicht gegen die neuen Stammzellen wenden. Obwohl er optimistisch in die Zukunft blickt, hat die Krankheit sein Leben doch grundsätzlich verändert. "Man schaut plötzlich ganz anders auf das Leben, Prioritäten ändern sich", erzählt der 56-jährige. Freunde und Familie haben jetzt einen noch höheren Stellenwert.

Am kommenden Sonntag, 7. Juli, nimmt das bewegende Jahr als Schützenkönig für Georg Harter ein Ende. Dann wird er die Königskette an seinen Nachfolger übergeben. Den Vogel, auf den dieser zuvor schießen muss, hat er übrigens "Fibrosius" getauft benannt nach seiner Knochenmarks-Erkrankung. "Ich habe mir gedacht, auf eine Krankheit kann man gut schießen", erläutert er seine Wahl mit einem Augenzwinkern.

Spendenaktion auf dem Schützenfest

Ein letztes Mal möchte er die Stellung als Schützenkönig nutzen, um einen Spendenaufruf für die DKMS zu starten. Harter, der seit sieben Jahren auch Vorsitzender der Selbsthilfeorganisation "MPN-Netzwerk" ist, wisse aus eigener Erfahrung, wie schwer es sei, als Verein an Geld zu kommen. Eine einzige Typisierung kostet 35 Euro. Deswegen hat er sich zu der Spendenaktion entschlossen: "Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und etwas zurückzugeben."

Spendenaktion: Am kommender Sonntag, 7. Juli, wird Georg Harter mit einer Spendenbox auf dem Schützenfest des Männerschützenvereins vertreten sein. Er hofft, dass viele Menschen sich dazu entscheiden, die Arbeit der DKMS mit einer finanziellen Spende zu unterstützen.

Die DKMS

DKMS steht für Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Tübingen hat das Ziel, für Blutkrebspatienten geeignete Spender zu finden oder den Zugang zu Therapien zu ermöglichen. Die Organisation schafft Aufmerksamkeit für Blutkrebserkrankungen und deren Behandlung, registriert potenzielle Stammzellspender, sammelt Spendengelder und unterstützt auch die Weiterentwicklung von Therapien.

Wie schnell doch so ein Jahr vergeht:

Gilde-König Georg Harter genießt die letzten Tage seiner Amtszeit.

Nachfolger von Georg Harter gesucht
Männerschützengilde freut sich auf das Schützenfest am ersten Juli-Wochenende

Der immer noch größte Schützenverein des Hiärtkens, die Männerschützengilde, startet mit dem "Prövedag" am kommenden Samstag, 29. Juni,
in die heiße Phase seines diesjährigen Schützenfests. Zum Prövedag sind die Mitglieder, aber vor allem die "Rekruten", also die Neumitglieder,
eingeladen. Er beginnt um 16.30 Uhr in der Bürgerhalle. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Aufnahme und Verpflichtung der
Rekruten sowie die Versteigerung von vier Offiziersposten und das traditionelle "Wegbringen des Grünzweiges" zur Vogelstange.
Mitzubringen ist ein Handstock. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird gebeten.

Weiter geht es im Programm dann am Freitag, 5. Juli, mit dem Antreten der Rekruten am Gasthaus Niehues-Winter zum Grünholen (18 Uhr)
sowie dem Rosenmachen der Damen im Festzelt am Bahnhofsgelände (20 Uhr).

Am Samstag, 6. Juli, wird es dann um 14 Uhr ernst, wenn das Fähnchenaufhängen beginnt. Alle Schützenbrüder, die sich daran beteiligen,
treffen sich mit Warnweste am Festzelt.

Der Sonntaq, 7. Juli, ist dann Haupttag des Schützenfestes. Er beginnt um 8.30 Uhr mit dem Antreten gemeinsam mit den Damen am Festzelt
und dem anschließenden Marsch zum Mahn- und Ehrenmal, wo die Kranzniederlegung stattfindet. Danach ist der gemeinsame Kirchgang;
Beginn der Messe in St. Petronilla ist bereits um 9.30 Uhr. Der Frühschoppen mit den Damen im Festzelt ist für 11 Uhr terminiert; begleitet
wird er vom Konzert des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Wettringen.
Um 13.45 Uhr heißt es wieder "Antreten am Festzelt", um zuerst den Silberkönig Werner Bruning und dann den noch amtierenden König Georg Harter
auszuholen. Am Nachmittag findet dann das Königschießen an der Vogelstange am Sellener Weg statt was planmäßig um 19.30 Uhr in der Proklamation
des neuen Königs am Rathaus münden sollte. Der ereignisreiche Tag klingt im Dämmerschoppen mit den Damen im Festzelt aus.

Am Montag, 8. Juli, geht es um 9 Uhr mit dem Antreten am Festzelt und dem Ausholen des neuen Königspaares los. Der Frühschoppen im Festzelt wird
wieder vom Musikzug der Feuerwehr untermalt. Um 9.30 Uhr ist das gemeinsame Frühstück der Schützenbrüder über 65 Jahre mit ihren Partnerinnen,
sowie den Witwen der verstorbenen Schützenbrüder am Festzelt (für die Planung bittet die Gilde um Anmeldung bis Freitag, 5. Juli, bei bei Rudi Höing,
Bahnhofstraße 26, 02557 - 308). Um 11 Uhr treffen die Damen im Festzelt zum gemeinsamen Frühschoppen ein. Am Abend ab 19.30 Uhr steigt schließlich
der Königsball mit der Band ,,Starlights".

Am Dienstaq, 9. Juli, treffen sich die ausdauernden Schützenbrüder um 13 Uhr zum Ausklang am Heimathaus Ahlers.

Am Freitag, 12. Juli, ist das Abhängen der Fähnchen angesagt. Treffen am Festzelt ist um 18 Uhr (mit Warnweste).
Anzugordnung
Die Anzugordnung am Sonntag und Montag:
Offiziere: in Galauniform
Schützen: Zylinder, Schwarzer Anzug, Vereinskrawatte, Vereinsnadel, Handstock (am Sonntag mit Blume)

Männerschützengilde feiert Prövedag

Martin Vollenbröker bleibt Oberst Die Offiziere a.D. mit ihren Nachfolgern. Von links: Hauptmann Frank Vollenbröker, Fourier a.D. Eugen Wetter, Nachfolger Jens Wetter, Leutnant a.D. Heinz Zurloh, Nachfolger Markus Reckels – 2.v.r. - , Major Maik Bordiek, Major a.D. Klaus Zabel nicht anwesend, Unteroffizier Frank Rösler, sein Vorgänger wurde Major, ganz rechts Oberst Martin Vollenbröker.

Martin Vollenbröker bleibt auch weiterhin Oberst der Männerschützengilde (MSG). Es war für ihn keine leichte Entscheidung, gab es doch einen überraschenden Trauerfall in seiner Familie. Vollenbröker wird sein Amt dennoch weiter ausüben und begründete das den Schützen auf der Prövedag-Versammlung am vergangenen Samstag in der Bürgerhalle.
Großer Beifall

Lange habe er das Für und Wider überlegt und im Kreis der Familie diskutiert. Deren Meinung sei gewesen: die Entscheidung müsse er alleine treffen, man lasse ihm freie Hand. Die Männerschützen zollten Martin Vollenbröker anerkennend großen Beifall.

Es folgte die Entscheidung über die Aufnahme der Mitgliedsanwärter. Elf Rekruten so werden in der Männerschützengilde die Neumitglieder bezeichnet hatten sich beworben. Einstimmig wurde die Aufnahme in die Gilde beschlossen, deren Mitgliederzahl damit auf 526 stieg. Leider konnten von den elf nur vier anwesend sein. Andreas Stieger verpflichtete sie auf die Satzung der MSG und gab ihnen ihre Rechte und Pflichten bekannt. Ihren "ersten Manövereinsatz" haben die Rekruten am kommenden Freitag abzuleisten. Dann müssen sie um 18 Uhr zum bekannten Rekrutengang unter Feldwebel Helmut Henrichsmann antreten und "hinaus ins Feld" marschieren. Ziel des Rekrutenganges ist es, das Grün zum Ausschmücken des Festzeltes zu besorgen.

Bestimmt wurden ebenfalls die Scheffen. Die Neuen waren überwiegend die Alten, ausgenommen Werner Bruning, der in diesem Jahr der Silberkönig der Gilde ist. Für ihn kam Eugen Wetter, der nach vielen Jahren sein Offiziersamt zurückgegeben hatte.

Umlage und Festbeitrag

Eine Entscheidung gab es auch bei den zum Männerschützenfest zu zahlenden Beiträgen. Der Festbeitrag für alle Mitglieder wurde auf 15 Euro festgelegt. Ausgenommen davon sind Schützen, die durch eine Krankheit verhindert sind oder noch nicht die passende Altersgrenze erreicht haben. Die Umlage, sie wird nur von den Mitfeiernden erhoben, beträgt 30 Euro.

Ein besonderes Anliegen war dem Vorsitzenden außerdem, alle mitfeiernden Schützen für den Königsbund zu gewinnen. Das Geld, das dafür gezahlt wird, wird dem neuen König zur Verfügung gestellt. Andreas Stieger: "Es muss in der Männerschützengilde möglich bleiben, einen König zu kriegen" und meinte, was seit langem Grundsatz ist: Jeder muss kostenmäßig König werden können. Der Beitrag für den Königsbund wurde auf zehn Euro festgelegt. Das Schussgeld beträgt wie im vergangenen Jahr fünf Euro.

Versteigerung einiger Offiziersplätze

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt, den es in der Gilde selten gibt, war die Versteigerung einiger Offiziersplätze. Grundsätzlich gilt: Wer einen Posten erworben hat, entscheidet selber, wie lange er ihn behalten will. Vererbt werden kann er nicht. Vier Offiziere hatten ihr Amt zur Verfügung gestellt: Major Klaus Zabel, der es 35 Jahre ausübte, Leutnant Heinz Zurloh, Fourier Eugen Wetter und Unteroffizier Mike Bordiek. Die Versteigerung übernahm Auktionator Markus Kaulingfrecks. Er brachte mit manch humorvollem Beitrag alle Posten zu erstaunlichen Preisen an den Mann. Neuer Major wurde Mike Bordiek, bis dato Unteroffizier, neuer Unteroffizier Markus Reckels, neuer Fourier Jens Wetter und neuer Unteroffizier Frank Rösler. Erwähnenswert: Das Amt des Fouriers bleibt in der 4. Generation in der Familie Wetter.

Die Männerschützengilde steht in den Startlöchern

Die Männerschützengilde steht in den Startlöchern für ihr Schützenfest, das ab Ende Juni gefeiert wird. Der amtierende König Georg Harter (2. v. l.) lud am Samstag zur Begutachtung des Adlers ein, den Adlerwart Robert Höffer (3. v. r.) vorstellte. Mit dabei waren (v. l.) Königin Nicole Harter, Silberkönig 2019 Werner Bruning, Hauptmann Frank Vollenbröker und Vorsitzender Andreas Stieger. Der Königsadler wurde auf den Namen „Fibrosius“ getauft – nach einer Atemwegserkrankung, an der Georg Hater erkrankt war.

Generalversammlung 2018

Vorsitzender Andreas Stieger (r.) hieß die zahlreichen Männerschützen willkommen.

Die Gilde führt das Kaiserschießen ein
Jahreshauptversammlung: Schützenverein wächst auf 525 Mitglieder


Nun ist die kaiserlose Zeit auch bei der Männerschützengilde endgültig vorbei: Mit überwältigender Mehrheit beschlossen die Männerschützen am Freitag in der Jahreshauptversammlung, dem Vorschlag des Vorstandes zu folgen und erstmals als Gilde und als letzter in der Reihe der Wettringer Schützenvereine einen Vereinskaiser zu ermitteln. Ausgeschossen werden soll er erstmals im Jahr 2020, dann alle fünf Jahre. Obwohl früher im Range höher als ein König, hat sich der Vereinskaiser bei den Schützenvereinen hinter dem König einzuordnen. Besondere Pflichten obliegen ihm bei der Männerschützengilde nicht. Er bekommt aber einen eigenen Tisch auf dem Festsaal und kann natürlich seine Gäste einladen.

Wahlen zum Vorstand

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt waren die Wahlen zum Vorstand. Sie liefen zügig. Rudi Höing wurde einstimmig als stellvertretender Vorsitzender wiedergewählt, Klaus Flothmann bleibt Schriftführer. Oberst Martin Vollenbröker wurde bestätigt; sein Cousin Frank Vollenbröker wird ihn weiterhin als Hauptmann unterstützen. Für zwei weitere Jahre bleibt Tobi Bertels als Beisitzer im Vorstand. Jens Wetter ersetzte Beisitzer Maik Bordiek, der von Stieger ein Präsent bekam. Als 2. Kassierer wird Jürgen Brinner zum kommenden Jahresabschluss mit Michael Wellkamp die Kasse und die Geschäftsführung des Vorstandes unter die Lupe nehmen.

Größter Schützenverein im Hiärtken

"Ich freue mich, dass so viele Mitglieder gekommen sind auch neue." So hatte Stieger die Generalversammlung der "Männerschützengilde 1650 Wettringen" in der Bürgerhalle. Vier Männer werden in der nächsten Hauptversammlung die Vereinsnadel erhalten. Mit den Neuen blickt die Gilde nun auf einen Mitgliederstand von 525 und ist damit zweifellos der größte Schützenverein im Hiärtken. Ein Grußwort ging auch an den amtierenden Vereinskönig Georg Harter und an den Ortskaiser Franz Rösler. "Der gehört jetzt aber mal ganz uns alleine", schmunzelte der Oberst. Bislang habe man den Ortskaiser teilen müssen König war er im JSV gewesen, als Ortskaiser nun Mitglied der Gilde. Nicht vergessen wurde ein Willkommen an den Silberkönig des Jahres 2019, Werner Bruning.

Stieger freute sich, unter den Gästen auch Bürgermeister und Gilde-Mitglied Berthold Bültgerds sowie die Vertreter des Dachverbandes und eine Abordnung des Schützenvereins Tie-Esch zu sehen. Diesem Verein zollte er im Namen aller Männerschützen hohes Lob für "die tadellos schöne Ausrichtung des Ortskaiserschießens."

Den Jahresrückblick gab Schriftführer Klaus Flothmann in sehr humorvoller Art, den Kassenbericht Klaus Remki. "Die Männerschützengilde steht auf gesunden Füßen. Das Schützenfest 2019 kann gefeiert werden", so sein Fazit. Dass es gefeiert wird, dafür stimmten sie alle.

Eine besondere Auszeichnung gab es für Josef Knöpper (r.). Er gehört der Männerschützengilde seit nunmehr 60 Jahren an und ist wie zuvor ein begeistertes Mitglied. Gilde-Chef Andreas Stieger ehrte ihn besonders.

Bekanntlich sind die Offiziersposten bei der Männerschützen vererbbar. Ihr Amt stellen Maik Bordiek, Klaus Zabel, Eugen Wetter und Heinz Zurloh nach vielen Jahren ehrenamtlicher Funktion zur Verfügung. Ihnen galten anerkennende Worte des Vorsitzenden, der sie mit einem Präsent verabschiedete. Stieger äußerte gleichzeitig die Hoffnung, dass in der nächsten Versammlung fleißig für diese Offiziersposten geboten werde. Eine seltene Ehrung gab es für Schützenbruder Josef Knöpper: Er gehört der Gilde seit 60 Jahren an und ist vom Schützenwesen nach wie vor begeistert. Für ihn gab es eine Ehrennadel und ein Präsent.